„R9a on Ice“

Dieses Winterwetter musste man einfach ausnutzen und für den 26. Januar war Sonnenschein prophezeit worden. Der Wettergott spielte mit, knackiger Frost in der Nacht und herrlicher, schon fast warmer Sonnenschein über Mittag, der Busfahrer spielte mit und ließ die Klasse außer der reihe auf Höhe der Mönchsquelle aussteigen. So gelangte die R9a für die 5. und 6. Stunde auf den Mönchsteich. Bei strahlendem Sonnenschein sollte die Eisfläche erobert werden.
Leider zeigte sich gleich zu Beginn, dass der kurze Einbruch von Tauwetter eine Woche vorher mit nachfolgendem Schneefall und Frost die Eisdecke in eine miese Buckelpiste verwandelt hatte. Nur die wenigen schon vorher geräumten Flächen ließen ein wenig Eislauffeeling aufkommen. Herr Bertram hatte massive Schwierigkeiten, sich auf den Kufen zu halten. Dennoch kämpfte er sich tapfer voran und landete nur einmal unfreiwillig auf allen Vieren.
So blieb ein Teil der Klasse lieber im Uferbereich und chillte in der Sonne vor sich hin, während andere das Eis zu Fuß oder auf Schlittschuhen erforschten. Bratpfannen-Curling entwickelte sich zur In-Sportart für alle, die sich darauf einließen. Es gab sogar einen Wettbewerber, der die gusseiserne Pfanne genau in den Zielkreis befördern konnte.
Auf dem Eis bei weiterem Frost gab es reichlich Begegnungen der unheimlichen Art. Kälterisse knallten ständig vor, hinter oder unter den Füßen der mutigen Eiseroberer, von denen einige sich dann doch als gar nicht so mutig erwiesen sondern fluchtartig das Ufer suchten. Naja, Eis braucht halt mehr Platz als Wasser und wenn es weiter friert, dann dehnt es sich unter der Eisdecke aus. Wo soll es denn hin, als sich gewaltsam Platz zu schaffen? Kein Riss schaffte es bis an die Oberfläche, kein Wasser drang heraus, unheimlich war es trotzdem. Die Angst gaukelte dann auch dem einen oder anderen ein „Schwanken“ des Eises vor.
Am Ende einigte man sich auf den Fußmarsch nach Trittau (10-15 Minuten) oder ließ sich abholen. Alle kamen heil wieder zurück und die Eisbrocken auf dem Fahrradweg verlockten zumindest viele Jungs zum Fußballspielen.

Thomas Bertram, Januar 2010